Dramatisches Ende in Charlottenburg

 

Die 89. Spielminute: Der KSC jubelte noch über den glücklichen weil späten Ausgleichstreffer durch Stassen zum 2:2, da schickte Brumm nach umgehenden Ballgewinn nach Makkabi-Anstoß den KSC-Stürmer wieder in Richtung Tor. Bei dessen Schuss ins lange Eck entschied sich jedoch der Ball, vom Innenpfosten wieder in das Spielfeld zurück zu prallen. Im Gegenzug nutzte der Gastgeber aus Charlottenburg eine Unachtsamkeit in der KSC-Abwehr, bekam einen Elfmeter zugesprochen und entschied das Spiel zu seinen Gunsten 3:2.

Es wäre ein unverdienter Sieg für den KSC gewesen. Denn ab der 1. Minute überzeugte der Tabellenletzte mit Einsatz und Willensstärke. Auf dem Kunstrasen in der Julius-Hirsch-Sportanlage nahm der Tabellenletzte das Spiel als das was es auch war – Die letzte Hoffnung auf den ggf. doch noch möglichen Klassenerhalt. Der KSC wurde regelrecht überrannt. Einmal rettete Steinberg, ein weiteres Mal der Pfosten - So überstand der KSC zumindest die erste Viertelstunde. Doch aus den zahlreichen Ecken und Freistößen von den teils cleveren, teils aber auch den pfeiffreudigen Schiri ausnutzenden Charlottenburgern kam es dann in Minute 23 doch zum verdienten Führungstor. Der KSC, der danach noch zwei weitere Male Glück hatte, nicht ein weiteres Gegentor hinzunehmen, kam nur durch Paeschke in Minute 44 zu einer Torchance. Diese hätte auch prompt zum Ausgleich geführt, hätte nicht ein Abwehrspieler seinen bereits geschlagenen Keeper auf der Linie grandios vertreten. Ansonsten war die erste Hälfte von auffällig vielen Foul bzw. zumindest Freistoßpfiffen sowie von einem spielerischen Übergewicht der Gastgeber geprägt.

Komisch dann die ersten 10-15 Minuten der 2. Halbzeit - Denn auf einmal fand der KSC in das Spiel, kam besser in die (vielen) Zweikämpfe der Partie und wirkte passsicherer. Ein langer Freistoß von Pohlmann, der noch verlängert wurde, würgte Jacob im Nachsetzen ins Tor zum Ausgleich (48.'). Sodann nahm der Tabellenletzte wieder das Zepter in die Hand. Warum der KSC nun auf einmal wieder dem Spielgerät hinterlief und zu keinem Spielfluss mehr fand, war eine von vielen Fragezeichen, die dem sichtlich angefressenem Trainer-Gespann Schickgram/Moschewitsch im Kopf herumschwürrten. Nachdem ein weiteres Mal das Aluminium rettete, führte ein vermeidbares Fehlverhalten der an diesem Tag keineswegs sattelfesten KSC-Abwehr zum zweiten Gegentreffer (75.'). Makkabi hätte weitere Nachlässigkeiten seitens der Gäste bestrafen können, ehe der Handlungsstrang dieses spannenden aber keineswegs spielerisch anmutenden Berlin-Liga-Spiels in die bereits eingangs erwähnte dramatische Zielgrade einbog.

Zu der Niederlage kamen für den KSC weitere Wermutstropfen. Man verlor nicht nur als erstes Team beim Tabellenschlusslicht. Durch einen undurchsichtigen Zweikampf bei einem Makkabi-Konter in der Schlussminute entschied der Schiri auf Notbremse und Rot für Kadur, sodass der Kapitän dem KSC mindestens in der nächsten Partie gegen den Berliner SC nicht zur Verfügung steht.

Trotz der ansprechenden Viertelstunde nach der Pause ließ Trainer Schickgram kein gutes Haar an seinen Mannen, die es an diesem Sonntag einfach nicht verstanden hatten, einem druckvollen und hingebungsvoll kämpfenden Kellerkind ausreichend Paroli zu bieten.


 

Spiel: TuS Makkabi – KSC 3:2 H:(1:0),

Tore: 1:0 (23.'), 1:1 Jakob (48.'), 2:1 (75.'), 2:2 Stassen (86.'), 3:2 (90.')