Hartungs Last-Minute-Geniestreich

Am 13.Spieltag (03.11.13) war der SV Tasmania zu Gast in der Wendenschlossstrasse. Mit guten Fußballern ausgestattet laufen die Neuköllner zwar bis dato noch ihrer Form hinterher. Trotzdem erzielten sie in der bisherigen Saison schon achtbare Ergebnisse.

Dies richtig einschätzend ging der KSC vorsichtig zu Werke, um den Neuköllnern, die bisher zudem die meisten Tore erzielten, kaum Räume zu bieten. Man griff erst ab der Mittellinie an, die beiden Sechser R. Lehmus und Pohlmann verhielten sich weitestgehend defensiv. So entwickelte sich ein gegenseitiges Abtasten zwischen beiden Sechzehnern ohne nennenswerte Torraumszenen. Einzig durch Standards kamen die Bälle in den Aktionsradius der jeweiligen Keeper. Vorne passierte mit S. Stassen und Zehner Hermstein auch seitens der Köpenicker nicht wirklich viel Torgefährliches. Stassen hatte allenfalls eine gute Möglichkeit, vertändelte jedoch im 16er den Ball. Viel spielte sich um den Mittelkreis ab. Das umkämpfte Spiel zeigte seinen Charakter vor allem in vielen Fouls. Eine gute Kontermöglichkeit für den KSC blieb dann ungenutzt, weil Hermstein gerade noch so gestört werden konnte. Auf der Gegenseite flog ein Distanzschuss rechts knapp am Tor von Schlussmann Kunze vorbei. Alles in allem aber eine wenig aufregende erste Halbzeit.

Das änderte sich im zweiten Durchgang. Erst kam es zu einem Raunen auf der Tribüne, da bei Pohlmanns congenialem Pass Stassen wegen angeblichem Abseits zurückgepfiffen wurde. Dann schoss der Köpenicker Stürmer aus Nahdistanz aber zu spitzem Winkel dem Neuköllner Schlussmann an. Tasmania versteckte sich auch nicht. Vor allem über ihre beweglichen Zentralen und der präsenten Spitze Demir kamen diese in gefährliche Positionen, jedoch vorerst ohne zum Abschluss zu kommen.
Es war dann Hermstein vorbehalten, den Gastgeber zum Jubeln zu bringen. Bei seinem Sturmlauf zog er sechs Tasmanen auf sich, legte dann quer, wo Stassen für den Führungstreffer bereit stand. Jetzt kam Salz in die Begegnung. Bei einem Solo eines Neuköllner konnten Wolgast und Kunze im Duett gerade noch so zur Ecke klären. Aussenverteidiger Speck ließ sich in zwei weiteren Altionen im Eins-gegen-Eins nicht den Schneid abkaufen. Einen sehr guten Tag hatte auch Kapitän Kadur, der viel Zweikämpfe gewann, gutes Stellungsspiel aufwies und bei Ballgewinn schnell Gegenangriffe einleitete. Doch der Druck von Tasmania wurde immer größer, bei einem weiteren Hickhack im Köpenicker Strafraum kam es dann zu einer regelwidrigen Berührung. Den anschliessenden Elfer versenkte der Gast sicher. Wer gedacht hätte, dass es mit Remis in den Restsonntag ging, sah sich in Minute 91 getäuscht. Der kurz vorher eingewechselte Hartung trat unweit der Mittellinie einen Freistoß, die Bogenlampe senkte sich im 16er, wo weder Wolgast noch sein Gegenspieler an der Flugrichtung des Ball noch etwas ändern konnten. So ditschte der Ball ins Tor des verdutzten Tasmania-Torwarts.

Der KSC freut sich über den sechsten Dreier im siebten Heimspiel.

Spiel: KSC - Tasmania 2:1 H:(0:0),
Tore: 1:0 Stassen, 1:1 (FE), 2:1 Hartung