Katerstimmung nach erneuter Auwärtsschlappe

 

Kopfschüttelnd stand das Trainergespann an der Seitenlinie, als der Unparteiische die Partie des KSC beim VfB Hermsdorf (04.05.14) abpfiff. Schon wieder zeigten die Südostberliner auf fremden Platz eine indiskutable Leistung und verloren auch der Höhe nach verdient mit 1:4.

 

Dabei sah es zunächst gar nicht nach der dritten Saisonniederlage in Folge aus. Chr. Lehmus hatte zu Beginn der Partie zwei gute Möglichkeiten, verzog aus 16 Metern jedoch jeweils knapp. Auch Hermstein hätte wenig später die Führung für den KSC besorgen können, als er dem verunsicherten VfB-Schlussmann den Ball abluchste, dann jedoch überhastet an diesem noch scheiterte. Bis dahin lief das Spielgerät eigentlich ohne nennenswerte Fauxpas durch die Reihen der Köpenicker. Vor allem Pohlmann und Jacob aber auch R. Lehmus hatten beim Spielaufbau die Fäden in der Hand. Die Intention des abstiegsbedrohten Gastgebers, über den Kampf ins Spiel zu kommen, trug dann ab Mitte der ersten Halbzeit Früchte. Denn nach einem schnellen Konter mit zwei gewonnenen weil beherzter geführten Zweikämpfen kam der Ball auf den Linksaußen der Reinickendorfer, der aus 16 Metern für Keeper Peka unhaltbar ins lange Netz einschoss – der Knackpunkt des Spiels. Denn jetzt hatten nur doch die Gastgeber Chancen auf Zählbares. Köpenick kam jetzt nicht mehr wie noch anfangs in die Zweikämpfe. Vorne sorgten zudem Abstimmungsprobleme dafür, dass gefährliche Abschlussaktionen ausblieben. Die Reinickendorfer kamen immer besser in die Partie. Die KSC-Abwehr schien überfordert. Nur ein gut aufgelegter Peka verhinderte vor der Pause mit drei Paraden Schlimmeres.

 

Letzterer war aber auch machtlos, als sich gleich kurz nach Wiederbeginn der Hermsdorfer Angriffszug wieder in Bewegung setzt. Wieder war es ein unhaltbarer Schuss aus 16 Metern, der die Gastgeber jubeln ließ. Wer gedacht hätte, der KSC muss sich nun kampflos einer weiteren Auswärtsschlappe hingeben, sah sich getäuscht. Als ein mehrmals auftippender Ball einem Hermsdorfer an den Ellenbogen sprang und Brumm vom Punkt aus cool zum 1:2 einnetzte, war wieder Pfeffer in der Partie. Hermsdorf sah sich nun wieder in der Defensivrolle, der KSC lief wie angestochen gen Ausgleich. Zwar zeigte man keineswegs Berlinliga-tauglichen Fußball, dennoch roch der Köpenick Lunte und spielte offensiv wieder aktiver. Der eingewechselte Stassen hatten zwei gute Möglichkeiten. Einmal übersah er jedoch den mitgelaufenen Jacob am Elfmeterpunkt. Den zweiten Versuch von Stassen kratzte der VfB-Keeper gerade noch so von der Linie. Ein Schicksalsmoment – denn der anschließende Abschlag des Torwarts leitete einen Konter ein, der zum entscheidenden 3:1 führte. Pohlmanns Schuss wenig später hätte bei Erfolg noch einmal erneute Spannung produziert. Danach erst ergab sich der Gast seinem Schicksal. Hermsdorf, jetzt selbst wieder frei aufspielend, ließ noch zwei Riesen ungenutzt, ehe zehn Minuten vor Schluss nach einem Abstimmungsproblem in der KSC-Abwehr doch noch das 4:1 markiert werden konnte.

 

Der KSC bleibt ein dankbarer Gast. Will man am Ende der Saison noch einen achtbaren Tabellenplatz erkämpfen, muss auch langsam wieder auf fremden Plätzen gepunktet werden. Dieses Ziel erscheint aufgrund der noch verbleibenden Auswärtsfahrten (Tas, TeBe, Reinickendorf) schwieriger als genug.

 

 

Spiel: VfB Hermsdorf – KSC 4:1 H:(1:0);
Tore: 1:0 (17.'), 2:0 (47.'), 2:1 Brumm (FE, 65.'), 3:1 (75.'), 4:1 (80.')