Unglückliche 1.Halbzeit, dann vergebliche Aufholjagd

 

So (oder so ähnlich) kann man die zwei Halbzeiten des Testspiels gegen Rüdersdorf am Dienstag, den 15.10.2013, zusammenfassen. Dabei stellte der KSC seine aktuelle Formschwäche unter Beweis und schürte ferner weiterhin die Vermutung, dass man zur Zeit mit dem toten Vogel in der Tasche spazieren geht. Der Köpenicker zeigten aber auch mal wieder eine zumindest kämpferisch zufrieden stellende Leistung und seit 270 Minuten endlich mal wieder mehr als nur ein erzieltes Tor in einem Spiel.

 

Mit dem Auflaufen begann der Starkregen, der dem KSC gleich in Minute 1 des Spiels teuer zu stehen kam. Wolgast verstolperte in der Abwehr aufgrund des nassen Geläufs die Kugel. Der Brandenburger Landesligist sagte mit schnellen Querpass und Einschuss „Besten Dank“. Wieder lief der KSC einem (wenn auch durch den Regen) zu 100% selbst verschuldeten Gegentor hinterher. Die Kicker der ersten 45 Spielminuten, unter denen mit Peka, Jacob, Pohlmann, Kayacilar, Hermstein, Thiedemann und Fischer auch 7 Kicker, die aktuell nicht zur üblichen Startelf gehören, agierten, ergriffen zwar danach sofort die Initiative des Spiels, mit dem Willen, sich durch diesen Test endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis zu erarbeiten. Doch vor allem die Außen Fischer und Kayacilar kamen bei Ihren Aktionen nicht hinter die Abwehr des Gegners. Auch Hermstein und Stassen liefen immer wieder zu lang geschlagenen Bällen vergeblich hinterheroder rannten sich mit Ball am Fuß fest. Nach schönem Pohlmann-Pass kam Stassen nur zu einem rückpassartigen Abschluss. Ansonsten blieben Großchancen erst einmal aus. Den auf Konter setzenden Rüdersdorfer spielte hingegen die stete Anrennerei der KSCer in die Karten. Zudem verstanden sie es, vor allem über die Außen mit ihren schnellen Läufern, immer wieder für Gegenangriffsgefahr zu sorgen. Als einer dieser schnellen Leute durch Jacob im 16er von den Beinen geholt wurde, gab es berechtigter Weise Elfer. Auch hier schaltete der Gast cleverer bzw. schneller, denn Peka parierte den unplazierten Schuss zwar, aber im Nachsetzen waren die Gäste aufgrund zu spät reagierender Köpenicker dennoch erfolgreich. Erst nach dem 0:2 kam auch der KSC zu nennenswerten Abschlussaktionen. Stassens Distanzschuss schepperte an den Pfosten, Wolgasts Kopfball wurde von einem Verteidiger auf der Linie geklärt. Kayacilar scheiterte nach Tiefenpass vom Hermstein am Keeper.

 

Die Tore erzielte der KSC erst in Halbzeit zwei, in der bis auf vier Spieler (Kadur, Wolgast, Fischer, Hermstein) eine komplett neue Mannschaft auf dem Rasen stand. Waren die ersten 10 Minuten noch verkrampft und ohne Torraumszenen, kam der KSC dann über Standards gefährlich auf. Hartungs dritte Ecke (die ersten beiden waren schwach) landete mustergültig beim einköpfenden R. Lehmus. Fischers Abschlüsse von außen verfehlten ihr Ziel zwar noch, doch Hermstein ließ dann nach Pass von Gleisinger dem Keeper keine Chance. Doch wer gedacht hätte, der KSC würde das Ding nun drehen, sah sich getäuscht. Nur eine Minute später zeigte sich der Berlin-Ligist bei einem Konter wieder anfällig, verlor mehrere Laufduelle und konnte den finalen Pass auf den Brandenburger Stürmer, der Kunze keine Chance ließ, nicht verhindern. Wieder lief der KSC einem Rückstand hinterher. Kurz vor Schluss war dann Paeschke zur Stelle, schraubte sich im 16er am höchsten und drückte den Ball zum umjubelten 3:3 in die Maschen. Es wäre ein faires Endresultat gewesen. Doch der gnadenlos effiziente Gast zeigte sich als „Spielverderber“. Mit dem letzten Standard rissen die Brandenburger die ohnehin immer wieder schmerzende KSC-Wunde (Schwäche bei gegnerischen Standards) auf. Die eigentlich als Flanke gedachte Eingabe wurde von Paeschke unhaltbar ins lange Eck verlängert.

 

Bitter, aber der KSC muss das beste aus diesem Kick mitnehmen, auch wenn für Sonntag auf jeden Fall eins beherzigt werden muss: Hinten muss die „0“ stehen!!!!

 

Tore: 0:1, 0:2, 1:2 R. Lehmus, 2:2 Hermstein, 2:3, 3:3 Paeschke, 3:4