Auswärts-Dreier bei Sparta – Und kein Schwein weiß warum

Nach dem Schlusspfiff der Partie am Sonntag (16.03.14) waren sich die Akteure und Trainer beider Teams einig: Diesen Sieg hätte Lichtenberg verdient gehabt. Doch aufgrund der zahlrei...chen ausgelassenen SpartaChancen und einer grandenlosen Köpenicker Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten entführten die Wendenschlosser drei Zähler aus diesem windigen Ost-Derby.

Ja, ja der Wind, der Wind, das ... Er soll zwar keine Ausrede sein, dass die Begegnung der beiden Aufsteiger teilweise einem wilden Hin-und Her mit paranomalen Ballflugbahnen glich. Doch es lähmt nun mal sowohl Spielgestaltung als auch Spiefluss, wenn zum einen gutgedachte Flanken einfach wieder zurück geblasen werden oder Standards elend lang nicht ausgeführt werden können. Die Windböhen hatte zuerst der Gastgeber im Rücken, der von Beginn an auch seiner (trotz des Hinspiel-Siegs des KSC) vorhergesagten Favoritenrolle gerecht wurde. Über die Außen besaß der bis dahin Tabellendritte die besseren Leute, kam im Laufe seines Aufbauspiels rechtzeitig in das Zentrum und gefiel mit ausgefeilten Standard-Varianten. Die KSC-Defensive war erst einmal sich selbst überlassen. Hermstein und Stassen fanden vorne eigentlich nicht statt und sorgten kaum für Entlastung, auch weil Paeschke und Chr. Lehmus auf den Außenbahnen meist das Nachsehen hatten, aber in brenzligen Situationen noch des Öfteren von den gut aufgelegten Speck und Walden abgesichert werden konnten. Ferner waren Pohlmann und Jacob im Zentrum fast nur im Abwehr-Kram verwickelt. Schnell stellten sich Chancen für Lichtenberg ein. Um nur einige zu nennen: Ein sehenswerte Sparta-Seitfallzieher aus sieben Metern striff nur knapp übers Tor, ein weiteres Mal schoss ein frei vor Kunze auftauchender Lichtenberger haarscharf am Tor vorbei. Zudem hätte es bei zwei Angriffen zumindest aus Sicht der Gastgeber jeweils Elfmeter geben müssen, wobei selbst einige KSCer im Nachhinein zugaben, dass sie sich über einen Strafstoß nicht hätten beschweren dürfen. Der Gast konnte nur in der Schluss-Viertelstunde weitere Aufreger im eigenen 16er verhindern und vorne ein wenig für Entlastung sorgen. Doch mehr als zwei semi-gefährliche Kopfbälle von Stassen und einer Halbchance von Chr. Lehmus brachte man nicht zu Stande. 

Erlößt vom Halbzeitpfiff spielte der KSC erst ab der 46. Minute besser und mit - auch aufgrund der für die Köpenicker nunmehr angenehmeren Windrichtung. Mit selbigen im Rücken kam der KSC zu ersten nennenswerten Chancen. Stassen vergab nach Chr. Lehmus-Pass, bei einer weiteren Aktion fehlte Paeschke nicht viel, um zu einem gefährlichen Abschluss zu kommen. Lichtenberg spielte jedoch weiterhin ebenfalls nach vorne - Und das nicht minder gefährlich als in Halbzeit eins. Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte kam es wieder zu einem unübersichtlichen, stark diskutiertem aber nicht geahndeten Zusammenprall im KSC-16er. Kurz darauf schossen die Spartaner zweimal aus nächster Linie über das Gehäuse, bei weiteren Situationen retteten Kadur bzw. Wolgast in höchster Not. Den im Rahmen eines Konters in den 16er stürmenden Lichtenberger Virhus konnte Pohlmann dann nur noch regelwidrig stoppen. Doch auch diese erstklassige Gelegenheit ließen die an diesem Tag wohl von der Pechmarie höchst persönlich verfolgten Spartaner ungenutzt. Der Ball segelte über das Ziel hinweg. Dies alles sollte sich, wie auch in der jedem bereits zu den Ohren raushängenden „Fußballweisheit“ prophezeit, rächen. Der KSC, mit einem satten Pohlmann-Schuss aus 16 Metern ganz knapp über das Tor noch ohne Fortuna im Bunde, zeigte in der Schluss-Viertelstunde, wie es geht. Der humorlos in das Torwarteck gehämmerte Pohlmann-Freistoß (schon sein dritter direkt verwandelter Freistoß in dieser Saison !!!) war der Auftakt einer Köpenicker Lehrstunde. Denn auch die sich kurz darauf ergebenen Konter-Chancen (84.' 88.') ließen die Schickgram-Schützlinge nicht ungenutzt und bewiesen somit an diesem Tag eine gnadenlose Effektivität. Stark wie der erst kurz zuvor eingewechselte Brumm vor dem 2:0 Fahrt aufnahm und dem Rest der Welt davon lief. Cool auch Pohlmann (siehe auch Foto), der nach congenialem Tiefen-Pass von Chr. Lehmus lange den Keeper ausguckte um ihn am Ende doch zu zuppen. An diesem Tag passte einfach alles bei den Südostberlinern. Auch die sich noch nach den entscheidenden KSC-Treffern ergebenen Sparta-Chancen überstand man ohne Gegentor. 

Soviel Glück wird man wohl so schnell nicht noch einmal haben. Die drei Punkte nimmt man dennoch gerne mit.
 
Spiel: Sparta Lichtenberg – KSC 0:3 H:(0:0),
Tore: 0:1 Pohlmann (75.'), 0:2 Brumm (84.'), 0:3 Pohlmann (88.')