Talfahrt gestoppt – Und auch einfach mal wieder Glück gehabt

 

Es werden sich von den rund 70 Zuschauern wohl nur sehr wenig überreden lassen, dass das Berlinliga-Spiel am Sonntag, den 20.10.13, zwischen KSC und dem VfB Hermsdorf ein Fußball-Schmankel war. Aber alle KSCer werden zustimmen: Dieser Dreier war richtig wichtig, sowohl für das Punktekonto als auch für die Gemüter der Köpenicker Kicker und des Trainerstabs.

 

Personell musste für dieses Spiel einiges verändert werden. Pohlmann und Jacob rückten für die krankheits- bzw. verleutzungsbedingt abwesenden Gleisinger und Wolgast in die Startelf. Speck spielte auf ungewohnter Innenveteidiger-Position. Das Spiel begann verhalten, auch deshalb, weil Trainer Schickgram den offensiven Hurra-Fußball der letzten Wochen angesichts der eigenen Konteranfälligkeit vorerst verboten hatte. Diszipliniert ließ man den Gast aus dem hohen Norden, der in diesem Spiel ob seiner bisherigen schwachen Punkteausbeute selbst in der Pflicht war, kommen. Auf die Zweikampfstärke, vor allem auf die von R. Lehmus und Speck, konnte man sich dabei bereits in den Anfangsminuten verlassen. Nur ein Fernschuss knapp über das Gehäuse von Torwart Kevin Kunze sprang für den Gast als nennenswerte Abschlussaktion heraus. Der KSC selbst besann sich auf Konter im eigenen Stadion. Vor allem über Brumm auf der linken Seite startete man immer wieder Gegenangriffe. Den absoluten Riesen, den Stassen, alleine vor dem gegnerischen Keeper auftauchend, jedoch kläglich vergab, resultierte aber aus einem Schnitzer der Hermsdorfer Hintermannschaft. Wenig später konnte Stassen einen weiteren Schussversuch nicht an der Verteidigung vorbei bringen, den Nachsetzer von Chr. Lehmus vereitelte ebenfalls ein Reinickendorfer Abwehrspieler gerade noch rechtzeitig. Anschließend hatte der Gastgeber dann aber genau das Quentchen Glück mehr, was in den letzten Wochen noch so schmerzlich vermisste wurde. Nach klugen Pohlmann-Pass kam es zu einem unübersichtlichen Zusammenstoß von Chr. Lehmus und dem Hermsdorfer Schlussmann, den der Unparteiische für elfmeterwürdig erachtete. Trotz aller Hermsdorfer Proteste blieb der Schiri bei dieser durchaus strittigen Entscheidung. Ohne groß über die Richtigkeit des Pfiffes nachzudenken nahm sich Pohlmann die Kugel und schob zu seinem ersten Saisontreffer ein. Mit dem 1:0 im Rücken spielte der KSC zwar befreiter, aber die absolute Kontrolle über das Geschehen hatte man weiter nicht. Insbesondere über ihre flinken Außenläufer vermochte es Hermsdorf zu jeder Zeit potenziell Gefahr auszustrahlen. Ein wunderschön herausgespieltes Kontertor wurde kurz vor der Halbzeit wegen Abseitsstellung des Hermsdorfer Torschützen nicht anerkannt – Nicht die einzige Situation, wo dem KSC geneigten Zuschauer die Boulette im Hals hätte stecken bleiben können. Denn nur kurze Zeit später vereitelte Kunze per Parade einen Schuss, nach dem seine Vorderleute den Ball in der eigenen Vorwärtsbewegung verloren hatte. Der KSC selbst blieb aber auch immer für einen ordentlichen Angriff gut. Die größte Chance zum Ausbau der Führung vergab dann Paeschke, als ihm der Ball vier Meter vor dem Tor vor die Füße fiel, der Torwart jedoch den Einschuss verhindern konnte.

 

Die zweite Halbzeit war dann wahrlich nichts mehr für schwache Nerven. Denn vor allem die Angriffsabteilung der Köpenicker hielt das Spiel mit dem Ausbleiben zahlreicher Torchancen an einem seidenen Faden hängend. Und so effektiv Walden, Kadur, Speck und Jacob ihre Abwehrarbeit auch verrichteten, nur ein weiteres Tor der KSCer hätte den nimmermüden Hermsdorfern den letzten Zahn gezogen. Stassen selbst hatte drei Riesen. Einmal schön von R. Lehmus bedient, ließ er den Torwart aussteigen, scheiterte edoch aus dem dann zu spitzen Winkel am Außennetz. Weitere Aktionen im 16er ließ er ungenutzt, als er eine Rückgabe auf Pohlamm bzw. eine Querpass auf Brumm zu ungenau spielte. Eine weitere aussichtsreiche Überzahl-Situation des KSC wurde von Brumm vertendelt. Das Gegentor sollte an diesem sonnigen Sonntagnachmittag aber nicht mehr fallen. Alles was in den 16er des KSC segelte, wurde von der Verteidigung humorlos heraus geprügelt. Vor allem Speck verdiente sich mit gutem Stellungsspiel und Zweikampfverhalten Bestnoten. Den größten Riesen der Gäste machte Kunze mit einer sehenswerten Fußabwehr zu Nichte. Stürmer Stassen erlöste seine Hintermannschaft dann doch noch, machte zehn Minuten vor Ende den Deckel drauf, als er beim Versuch von Chr. Lehmus abstaubend zur Stelle war. Da war die Tatsache, das Chr. Lehmus bei einem weiteren Schuss nur die Latte traf, nicht weiter tragisch.

 

Der KSC konnte die Punkte daheim behalten. Wichtig vor allem für die Moral. Aber auch in der eng gefecherten Tabelle ist man als (nur) Tabellenachter lediglich vier Punkte von den Spitzenteams entfernt, während man den Abstand auf die äußerst unschönen Tabellenregionen auf zehn Punkte ausbauen konnte.

 

Spiel: KSC – VfB Hermsdorf 2:0 H:(1:0) ;

Tore: 1:0 Pohlmann (FE), 2:0 Stassen