Die Zähne ausgebissen – Verkrampfte KSCer finden keine Mittel beim 0:1 gegen Gatow

Das 9. Saisonspiel des KSC am Freitag, den 27.09.13, stand eigentlich unter einem guten Stern. Man spielte auf eigenem Rasen, wo man in dieser Saison noch keinen Punkt abgab. Zudem stand nach dem Spiel eine teambildende Maßnahme mit der „Zweeten“ auf dem Programm. Die Reserve der Köpenicker stand bereits während d...er 90 Minuten als lautstarke Unterstützung am Spielfeldrand, neben den Auflaufkindern der eigenen 1.E-Jugend. Das Spiel zudem auch das vorerst letzte für Mitspieler Fabian Troisch. Ihn zieht es für ein halbes Jahr nach Down Under. Auch nocheinmal von dieser Stelle alles Gute.

Doch der Gegner, der SC Gatow, wollte an diesem Abend keineswegs nur ein Sparringspartner sein. Im Gegenteil: Die Spandauer zeigten durch motiviertes, aggressives und effektives Pressing den KSCern, dass sie die lange Hinfahrt nicht für umme auf sich genommen haben wollten. Ehe der KSC, der ungewöhnlich nervös und verhaltend begann, richtig schaltete, flog eine eigentlich harmlose Flanke in den Sechszehner, übertippte den überraschten Gleisinger. Aus 5 Metern war dann ein Gatower bereit, die Kugel am machtlosen Kunze einzuschieben. Köpenick versuchte trotz diesen frühen Nackenschlags vorerst weiter spielerische Lösungen zu finden. Doch die Gatower machten dicht, agierten mit zwei gut sich ergänzenden und erst ab der Mittellinie attackierenden Viererketten, viele Angriffe der Gastgeber mussten abgebrochen und über die Verteidiger Gleisinger, Kadur, Wolgast und Walden neu aufgebaut werden. Weiterer Wehrmutstropfen war der frühe Auswahl von Paeschke, der noch in Halbzeit eins ausgewechselt wurde. Thiedemann kam ins Spiel. Chancen zum Ausgleich erspielten sich die weiterhin KSCer nicht. Die Fernschüsse von Stassen, Troisch und Wolgast darf man nicht als echte Möglichkeiten werten. Und die Flanken der Flügelläufer erreichten auch kein Gefährlichkeitsgrad. Allenfalls ein scharf auf das Tor getretener Freistoß von Troisch kam dem Ausgleichstreffer ein bisschen nahe. Ansonsten verkrampften die KSC, bei denen einige Akteure, insbesondere Stürmer Stassen, mit dem überraschend rutschigen Untergrund nicht klar kamen. Auf der Gegenseite parierte Kunze einen Flugkopfball sensationell. Ansonsten beschränkte sich der Gegner auf effektives Stören in Höhe der Mittellinie.

Auch die zweite Halbzeit begann der KSC verkrampft. Den ohnehin an diesem Abend schwer fallenden Spielaufbau störten zudem viele Fehlpässe und Stockfehler von der Angriffsabteilung, insbesondere von Stassen. Auch die Außen Troisch und der durch die Einwechslung von Thiedemann in Mittelfeld vorgerückte Gleisinger setzen sich nicht durch. In der Mitte kamen die Gebrüder Lehmus auch nicht zu ihrem Kurzpassspiel, so dass man auch nicht durch sie zu gefährlichen Abeschlussmöglichkeiten kam. Gatow nutzte hingegen nun die immer offener werdenden Räume. Kunze parierte aber eine Direktabnahme aus fünf Metern reaktionsschnell, auch bei einem Kopfballversuch wenig später war er auf dem Posten. Ansonsten konnten Eingaben der gegnerischen Angreifer in letzter Sekunde noch abgefangen bzw. geklärt werden. Der KSC hatte dann ein weiteres Mal Glück, als eine Flanke von rechtsaußen an die Latte segelte. Die Schlussphase hatte es dann noch einmal in sich. Stassens Dribbling wurde kurz vor dem entscheidenden Pass auf Chr. Lehmus noch unterbrochen. Der eingewechselte Pohlmann schoss bei einem weiteren Vorstoß aus 16 Metern an den Pfosten, der von dort aus zurückprallte. Stassen stand zwar goldrichtig zum Abstauber aus 5 Metern, konnte dem schnellen Ball in dieser kurzen Zeit jedoch keine entscheidende Richtungsänderung mehr geben, so dass dieser Beute des stark reagierenden Torwarts wurde. Gleich danach kam auch Kadur im Strafraum zu einer Eingabenverlängerung, doch auch diese parierte der Spandauer Schlussmann bravourös.

Es sollte an diesem Tag beim 0:1 für die Gäste bleiben. Der KSC verlor gegen ein an diesem Abend engagierteres und kämpferisch einfach besseres Team, dass zudem nahezu ausnahmslos fehlerlos verteidigte und sich vor allem aufgrund der ersten Halbzeit diesen Sieg verdiente. Der KSC ist spätestens jetzt im harten Berlinliga-Alltag angekommen. Nach einem tollen Saisonbeginn wartet jetzt voraussichtlich erst einmal das Tabellenmittelfeld.

Die Niederlage, so unglücklich sie auch war, konnte jedoch nicht an einer erfolgreichen teambildendenen Maßnahme ändern. Nach erfolgreichen Umtrunk auf dem Vereinsgelände verschlug es noch über 20 Kicker in eine Tanzlokalität. Der gelungene Abend endete für die meisten erst am Morgen ...

Spiel: KSC – SC Gatow 0:1 H:(0:1)