Saison 13/14 der 1. Herren: 
Früher Klassenerhalt – Krasses Heim-Auswärtsgefälle

Hätte man in der Wendenschlossstraße vor Beginn der Saison 2013/2014 angeboten bekommen, als Aufsteiger in der Belin-Liga am Ende der Spielzeit mit 51 Punkten auf dem 7. Platz darzustehen, man hätte sofort unterschrieben und dankend abgenickt. Dementsprechend ist auch Mannschaft, Leitung und Umfeld des Köpenicker SC zufrieden mit dem ersten Jahr in Berlins höchster Spielklasse, aus der man ja im Jahr 2011 abgestiegen war.

Bereits früh (etwa zu Beginn des letzten Saisonviertels) war der Klassenerhalt gesichert. Grundlage hierfür waren ohne Zweifel die starke Hinrunde und eine sehr gute Heimbilanz (12 von 17 Spielen im heimischen Stadion wurden gewonnen). Vor allem zu Beginn der Saison entzückte man mit offensiv erfrischenden Hurra-Fußball die eigenen Fans bzw. überraschte den Gegner. Dass es so nicht weiter gehen würde und man den zwischenzeitlich erreichten 2.Platz (!) in der Tabelle nicht ewig behalten würde, war vorher fast jedem bewusst. Es bestanden ja auch nie größere Ambitionen als der sichere Klassenerhalt.

Und siehe da: Schon bald nach dem Senkrechtstart wurde den Köpenickern die spielerischen Grenzen aufgezeigt. Gegen die oberen Teams hatte man in der Regel deutlich das Nachsehen. Zudem hatte der KSC dann auch einige Leistungsfehltritte zu überwinden. Insbesondere auswärts ließ man nicht selten viele Wünsche (vor allem die des Trainergespanns) offen. Nimmt man die doch eher glücklichen Auswärtssiege gegen den BSC, gegen Sparta Lichtenberg und TeBe heraus, konnte man in der Fremde eigentlich nur bei Stern 1900 (3:1) volle 90 Minuten lang überzeugen. Am Ende sollten es 10 von 17 Spielen sein, in denen der KSC als Gast punktlos blieb. Krass auffällig war auch die Schächephasen in den ersten Minuten einer Partie. In sieben Rückrundespielen liefen die Köpenicker einem innerhalb der ersten Viertelstunde erlittenden Rückstand hinterher. Ohnehin war die Defensive, im Jahr davor noch Aufstiegsgarant schlechthin, Sorgenkind des Trainergespanns. 64 Gegentore bedeuten im Schnitt knapp zwei pro Spiel. Nicht immer wird man mit so einer Bilanz am Ende noch Tabellensiebter.

Zu Beginn der Rückrunde hatte der der KSC auch personelle Probleme zu überwinden. Nachdem man mit einem großen Kader in die Spielzeit startete, kam es nicht von ungefähr, dass sich viele Akteure spielzeittechnisch benachteiligt fühlten. Nach zwei Weggängen bereits im Laufe der Hinrunde verließen den KSC in der Winterpause vier weitere Kicker. Und da der Teufel immer auf den größten Haufen sch..... war es nicht verwunderlich, dass sich gerade in dieser Phase auch die Verletzungen häuften. Paul Thiedemann fiel nach dem ersten Rückrundenspiel sogar für die gesamte restliche Saison aus. Nicht selten saßen bei Spielen neben dem Auswechseltorhüter nur zwei weitere Spieler auf der Bank. Unter der mangelnden Quantität im Spielerkader litt auch ein bisschen das Training, dass jedoch trotz dessen vor allem wegen Co-Trainer Moschewitsch nicht an Effektivität verlor. 

Dass der KSC diese heikle Lage überstand, ohne je in wirklich ernsthafte Abstiegsgefahr zu geraten, ist auch im starken Rückrundenbeginn der „Zweeten“ begründet. Die KSC-Reserve gewann ohne die Verstärkung von Spielern der Ersten ihre wichtigen 6-Punkte-Spiele gegen direkte Abstiegskonkurrenten, entledigte sich somit früh potenzieller Abstiegssorgen und entlastete durch die damit nicht mehr erforderliche Verstärkung das Berlin-Liga-Team.

Zum Ende der Rückrunde zauberten die Schickgram-Mannen dann sogar noch das ein oder andere Extra-Kanninchen aus dem Hut. Nicht nur das 2:1 im Flutlichtspiel im Mommsenstadion gegen Tennis Borussia sorgte für positives Aufsehen. Auch der 5er-Pack des Chr. Lehmus im letzten Saisonspiel gegen Rudow (6:3) gehörte zweifelsohne zu den Höhepunkten dieser Saison.

Es ist bestimmt nicht so daher gesagt, dass immer das zweite Jahr nach dem Aufstieg das schwierigere ist. Der Schwung des souveränen Aufstiegs aus der Landesliga, der noch zu Beginn der letzten Saison antrieb, ist weitestgehend aufgebraucht. Viele Abgänge (Speck, Troisch, Walden, Kadur, Peka, Brumm, Kunze) stehen zum jetzigen Zeitpunkt bereits fest. Hinzukommt der (planmäßige) Ausfall des Robin Lehmus. Der Fädenzieher im Mittelfeld, selbst mit einer ganz starken abgelaufenen Saison, muss von kommenden Oktober an ein halbes Jahr studiumsbedingt in die Staaten. 

Dennoch blickt man beim KSC optimistisch in die Zukunft. Viele Neuzugänge stellten sich bereits vor und sollten die Abgänge weitestgehend ersetzen können. Und wenn man diese bravouröse Heimbilanz auch im nächsten Jahr beibehalten kann, steht sicher auch im nächsten Jahr der Klassenerhalt auf der Habenseite.